Eindrücke aus La Motte
Entdecken Sie ein ganz besonderes Gefühl des Segelfliegens über den beeindruckenden Höhen der Alpen. Traumhafte Eindrücke machen dieses Flugerlebnis für Sie mit Sicherheit unvergesslich. Jedes Jahr in der Zeit von Mitte August bis Ende September bieten wir im Rahmen unserer Flugschul- Aktivitäten das Alpensegelfliegen auf dem Segelfluggelände La Motte du Caire an. Die Schule des Gebirgssegelflugs Bericht eines Teilnehmers Für jemanden, der das „teutonische Scheidegebirge“, besser bekannt als Teutoburger Wald, schon als relativ hohes Gelände bezeichnet, war es ein ziemlich grosser Schritt sich nach vielen Jahren aus den vertrauten Gefilden um den Segelflugplatz Oerlinghausen herauszuwagen und einen Kursus bei der Segelflugschule Oerlinghausen in LA Motte / Südfrankreich zu belegen. Durch die Erzählungen der Fliegerkameraden hatte man in den vergangenen, vom Wetter nicht gerade verwöhnten, Segelflugurlauben in Mitteleuropa doch den einen oder anderen Gedanken daran verschwendet, diesen Schritt in fliegerisches Neuland demnächst einmal zu wagen. Nach einigem Nachfragen bei den beteiligten Fluglehrern aus Oerlinghausen: Ingo Renner, Christoph Schneider und Helmut Gerbig-Brathge wurde mir bei diesen Gesprächen allmählich die Angst genommen, den dort auf mich wartenden Anforderungen nicht gewachsen zu sein. Über den so genannten „Buschfunk“ waren ja in jedem Jahr beängstigend viele Unfallmeldungen aus dem südfranzösischen Fluggebiet zu vernehmen. Diese Berichte und das von vielen befragten Segelflugpiloten geäusserte Unbehagen beim Segelfliegen in den Bergen liess mich bis dahin immer Abstand nehmen von einem Flugurlaub im Gebirge. Insbesondere die Aussagen der verantwortlichen Fluglehrer aus Oerlinghausen überzeugten mich. Die behutsame und trotzdem strukturierte Art und Weise, wie man von Seiten der Schule einen Gebirgsflugneuling an die gewiss nicht einfachen Bedingungen in La Motte heranführt, haben letztendlich den Ausschlag gegeben, einen entsprechenden Lehrgang über die Segelflugschule Oerlinghausen zu buchen. Auf Empfehlung der Schule buchte ich gleich auch ein Zimmer auf einem nahe liegenden Bauernhof; Gott sei Dank - die Vermieter sprachen deutsch, also zumindest beim Frühstück und Abendessen kein Sprachproblem! Die Anreise per PKW war dann auch kein grosses Problem, bis auf die letzte Strecke auf einer kleinen Nebenstrasse nach La Motte mit engen Tälern und hohen Bergen - jedenfalls für einen Flachlandflieger wie mich. Bei diesem imposanten Anblick stellte sich für mich sofort die Frage: wie und vor allem wo in aller Welt kann und soll hier ein Segelfluggelände liegen, auf dem ich dann möglichst entspannt zum Gebirgssegelfliegen starten kann. Die Skepsis stieg mit jedem Höhenmeter, der hier über die sich dahinschlängelnden Strassen zu bewältigen war. Dem zunächst engen Sasse-Tal folgend öffnete sich dieses Gelände nach einigen kurvenreichen Kilometern zu einer Talgabelung, an deren nördlichen Verlauf der schmale Platz LA Motte zwischen Strasse und Bachlauf zu erkennen war. Ein Campingplatz mitten im angrenzenden Kiefernwäldchen, ein Chalet, das das Flugbüro und einen Aufenthaltsraum für die Piloten mit Sonnenterasse beherbergte, zusätzlich eine Segelflugzeughalle; das war also die mit französischem Flair ausgestattete Ausgangsbasis für den ansässigen Verein und die aus allen Ecken Europas kommenden Segelflieger, die hier für ihre schönen und weiten Flüge in die nahen Berge der Haute Provence bzw. auch weit in die nördlichen Bereiche der Ecrins starten. Am nächsten Morgen durfte ich das alltägliche Ritual des Briefings erleben, dargeboten von Jacques Noel, der für fast Alles am Platz zuständig ist. Neben dem besagten Briefing, in dem er jeden persönlich mit Namen und einer kurzen originellen Bemerkung begrüsst, kümmert er sich um den Startablauf inklusive Winde fahren und Rückholwagen bedienen; dazwischen bleibt manchmal auch noch Zeit, einen Einweisungsflug auf seinem Janus oder der clubeigenen ASK 13 durchzuführen. Kurzum, ohne den beiden anderen Fluglehrern Maurice und Christian zu nahe zu treten, Jacques ist Dreh- und Angelpunkt am Platz. Die gemütliche Atmosphäre, die individuelle und sehr persönliche Umgangsweise der Verantwortlichen versprüht sofort eine angenehme Vertrautheit und das überall spürbare Wohlbefinden macht sicherlich eines der Geheimnisse dieses Platzes aus. Dieser Eindruck wird im weiteren Verlauf meines Aufenthaltes noch durch die vielen Bekanntschaften und Gespräche mit den dort fliegenden Piloten verstärkt, wobei der Nationalität oder dem Sozialstatus der Einzelnen eine untergeordnete Bedeutung zukam. Jeder hilft jedem, ohne gegenseitige Unterstützung bei der Startvorbereitung, Fahren des Rückholwagens und Flugzeuge aus der Bahn zu holen geht hier gar nichts. Jacques bzw. die hilfsbereite und charmante Präsidentin Caroline betonen das immer wieder: Jeder dort fliegende Pilot ist Mitglied des Aero Clubs Vol à Voile LA Motte und nur alle gemeinsam können dafür sorgen, dass jeder zu seinem schönen Segelflugerlebnis kommen kann. Dieses Grundprinzip ist überall spürbar, ob im Flugbetrieb, oder in den allabendlichen Fachsimpeleien oder den Erzählungen über die gemachten Flugerfahrungen am entsprechenden Flugtag. Der Zusammenhalt wird weiterhin dadurch gefördert, dass einmal in der Woche eine „fète“ veranstaltet wird, sei es, dass Maurice sein „Spezial – Käse –Fondue“ zubereitet oder besagte Präsidentin Caroline selbst beim Grillen Hand anlegt, damit alle rechtzeitig in den Genuss der gegrillten Spezialitäten kommen. Diese angenehme Atmosphäre setzt sich fort in der Art und Weise wie die Lehrer der Segelflugschule einen Gebirgssegelflugneuling an die wichtigen Verhaltensregeln in dieser Region heranführen. Nach dem Windenstart mit Ingo Renner(seit 2006 im wohlverdienten Ruhestand)im Duo Discus und dem direkten Annähern an den Hausberg Blachère war die mir dann sofort in den Kopf schiessende Frage, ob es wirklich richtig war, mich zum jetzigen Zeitpunkt meiner doch noch begrenzten Segelflugerfahrung für diese Einweisung entschieden zu haben. Diese zum damaligen Zeitpunkt noch gar nicht einschätzbare „kriminelle“ Nähe zum Hangprofil, das fehlende Horizontbild, der damit ständig verbundene Aufmerksamkeitswechsel, Fahrtmesseranzeige und geplanter Flugverlauf abgestimmt auf das Hangprofil, waren für mich eine ständige Überforderung - ein damit verbundener Adrenalinausstoss ohne Ende. Allein Ingos Ruhe und Gelassenheit auf dem Rücksitz liessen mich langsam daran glauben und allmählich erkennen, dass dieses bodennahe Fliegen erlernbar und kontrollierbar ist. Nur das „Wie?“ war mir bei meinem ersten Flug noch nicht klar, aber genau deshalb war ich ja hier.Name
Fliegen lernen am
Teutoburger Wald




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